Backgammon im Wandel der Zeit

Backgammon gehört zu den wohl ältesten, weltweit bekannten, strategisch-glücklichen Brettspielen und vereint in einer erfolgreichen Partie gleichermaßen strategisches Geschick und Würfelglück.

In der Provinz Sistan und Baluchestan, welche im Iran liegen, wurden bei einer archäologischen Ausgrabung in der verbrannten Stadt ein Spielbrett gefunden, welches annähernd 5.000 Jahre alt ist. Dieses Brett war also noch älter als Jenes, was bereits 1920 von dem Briten Sir Leonard Woolley in der Stadt Ur entdeckt wurde. Noch mehr Backgammon-Spielbretter fand man sogar im Grab des berühmten Pharaos Tutenchamun und man schätzt diese Spielbretter auf die Zeit um etwa 1.300 vor Christus. Dieses Spiel ist und war, wie auch viele altertümliche Malereien und Inschriften beweisen nicht nur ein Spiel für Könige, sondern wurde auch in der Bevölkerung begeistert gespielt.

Die Spiele von einst, die aus dem Orient stammen wurden sowohl mit dem ägyptischen Senet, als auch mit dem späteren, römischen Duodecim Scripta verglichen und gelten als Vorläufer für das heute bekannte Backgammon. Sogar der römische Kaiser Claudius soll es begeistert gespielt haben und sogar ein Buch darüber geschrieben haben, was aber leider heute nicht mehr existiert. Auch er wird, wie alle damals, mit drei Würfeln gespielt haben, allerdings gab es drei verschiedene Namen. Alea (röm.: Würfel), Tabulae (was soviel heißt wie Brett & Tisch) und Ludus duodecim scriptorum (12-Linien-Spiel).

In Rom nannte sich das Spiel dann später Tabula und wurde zusammen mit dem römischen Reich auch über ganz Europa verbreitet. Zunächst ein Zeitvertreib für Adelige und später ein Spiel für jedermann. Später dann versuchte die Kirche das Glücksspiel zu verbieten. Vergeblich. Was die Kirche nicht vermochte, ging mit dem Ende des Römischen Reiches zunächst unter. In Westeuropa, dabei bis heute vornehmlich in der Region um England, wurde Backgammon erst wieder zur Zeit der Kreuzzüge gespielt.

Doch erst seit etwa 1645 heißt das Spiel auch Backgammon. Vorher hieß es Nard (persisch), Plakoto (griechisch), Tric Trac (französisch), Puff (deutsch) und Tables (englisch). Die mittelalterliche Bezeichnung Wurfzabel gilt als direkter Vorläufer des heutigen Backgammon. Backgammon an sich steht für das Wiedereinsetzen der zuvor raus geschlagenen Spielsteine. Die bis heute gültigen Regeln wurden allerdings erst im Jahre 1743 aufgeschrieben.

Nachdem aus den drei Würfeln zu römischen Zeiten heute nur noch zwei Würfel geworden waren, kam allerdings im Jahre 1920 erneut ein dritter Würfel hinzu. Dies war die letzte entscheidende Regeländerung und bezeichnete den Verdopplungsvorgang. Die Regeln des modernen Backgammon bestehen seit 1931 und sind zurück zu führen auf den Card an Backgammon Committee des New Yorker Racquet and Tennis Club.

Backgammon gilt als Spiel aller Klassen gelangte aber durch Berühmtheiten zu Weltruhm. Seit 1964 wird ein internationales Backgammon-Turnier jährlich ausgetragen. Prinz Alexis Obolensky hat dies Turnier auf den Bahamas ausgerichtet und so bekannte Personen wie John R. Crawford und Walter Cooke waren schon mal Sieger. Weitere berühmte Backgammonliebhaber sind Christina Onassis, Hugh Hefner und vor allem eine wachsende Online-Community, denn das Spiel ist inzwischen auch im Internet sehr beliebt.

Das Spielbrett besteht aus 24 Dreiecken, die auch Points oder Zungen genannt werden. 12 Dreiecke pro Seite. Zwischen jeweils dem 6. und dem 7. Point wird das Feld durch die so genannte Bar getrennt. Die Bar trennt das Spielfeld auch in das Home- und das Outer-Board. Jeder Spieler erhält 15 Steine jeweils in weiß oder schwarz und stellt diese nach der festgelegten Aufstellung in der richtigen Anzahl auf die entsprechenden Points. Weiß spielt im Uhrzeigersinn und schwarz dagegen. Auf dem jeweils ersten Point stehen immer 2 Steine, auf dem zwölften Point 5 Steine, auf dem 17. Point 3 Steine und auf dem 19. Point noch mal 5 Steine. Gewürfelt wird mit zwei je sechsseitigen Würfeln und bei Turnieren liegt der Dopplerwürfel mittig auf der Bar.

Jeder Spieler nimmt zu Beginn einen Würfel zur Hand, der Spieler mit der höheren erwürfelten Zahl beginnt in dem er den gesamten Wurf beider Spieler zum ziehen der Steine verwenden. Entweder zieht man einen Stein die volle Augenzahl beider Würfel, oder man teilt das Wurfergebnis und zieht mit zwei Steinen je die Anzahl an Augen, die auf dem jeweiligen Würfel angezeigt wird. Dabei können lediglich die Felder nicht betreten werden, auf denen mehr als ein generischer Stein steht. Ist lediglich ein gegnerischer Stein vorhanden, darf dieser geschlagen und vorerst auf der Bar abgelegt werden. Bei einem Pasch wird die Anzahl der angezeigten Augen verdoppelt und es dürfen auch bis zu 4 Steine bewegt werden. Sind alle Steine im Home-Board angekommen, dürfen sie hinaus gewürfelt werden.

Sonderregeln und Varianten gibt es bei Turnieren, wo zum Beispiel nach Punkten gespielt wird und erst ein Sieger feststeht, wenn eine bestimmte Punktzahl erreicht ist. Bei der Crawford-Rule ist zum Beispiel das doppeln beim letzten Punkt vor einem Sieg im Turnier nicht erlaubt. Die Jacoby-Rule verlangt hingegen das doppeln, damit bei einem Spiel um Geld überhaupt ein Gewinn ausbezahlt wird. Zudem gibt es auch noch die Variante Chouette, die Backgammon für mehr als nur zwei Spieler mit veränderten Regeln ermöglicht.

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